Umwelt- und Entwicklungshilfeorganisationen haben nun in einem offenen Brief an Staats- und Regierungschefs der EU davor gewarnt, die Klimakrise nicht wegen der momentan viel diskutierten Finanzkrise zu vernachlässigen. Mit dem Klimawandel werden sich auch ca. 750 Teilnehmer des Extremwetterkongresses in Bremerhaven beschäftigen, der diesen Donnerstag beginnt.
In dem Brief machen Organisationen wie Germanwatch, Oxfam, Misereor und der BUND klar, dass man die Unterstützung der am stärksten vom Klimawanel betroffenen Länder in Form von finanziellen Mitteln nicht als “Wohltätigkeit in Zeiten des Reichtums”, sondern als eine “moralische Verpflichtung” ansehen muss. So wird auch Angela Merkel aufgefordert, endlich, zusammen mit ihren EU-Kollegen, die Verhandlungen über ein neues UN-Klimaschutzabkommen voranzubringen. Dieses Abkommen soll auch belastbare Aussagen über Finanzierungshilfen beinhalten! Die Organisationen sehen die Finanzkrise als Bremse einer schon längst überfälligen Lösung der Klimakrise.
Doch auch ein Vorteil hat die Finanzkrise: der Anstieg des klimaschädlichen CO2-Ausstoßes wird sich vorübergehend verlangsamen. Für 2009 seien fünf bis acht Prozent weniger zusätzliche Emissionen zu erwarten. Nach der Finanzkrise, so die Diagnose, wird aber alles wieder beim Alten sein, denn der Klimawandel schreitet rascher voran, als es viele der bisherigen Modelle vermuten ließen.
Die nächsten Verhandlungen der UN zum Thema Klima finden Ende März in Bonn statt. Bereits Anfang März wird ein EU-Gipfel tagen, der vorweg die Position der EU für ein neues Klimaabkommen festlegen soll. Im Dezember folgt dann in Kopenhagen (Dänemark) die Ausarbeitung eines Nachfolgeabkommens des Kyotoprotokolls.