Die Atomerzeuger sehen sich in der Bredouille – während in Russland öffentlichkeitswirksam die “Miss Nuklear” gesucht wird, bangt die deutsche Atomlobby um ihre Milliarden Existenz. Um den Bürgern und Politikern vor den Wahlen nochmal klar zu machen, dass es ohne Atomstrom nicht ginge, setzen Atomlobby und Energieerzeuger abermals auf Panikmache – die Abschaltung von AKWs bedrohe die deutsche Existenz: fürchtet euch vor der Stromlücke!
Sigmar Gabriel erklärt dazu: “Dass ohne Atomstrom die Lichter ausgehen, gehört zu den ältesten Propagandamärchen der Atomlobby. Das jüngste Märchen lautet: Ohne Atomstrom verfehlen wir unsere Klimaschutzziele. Die Realität ist: Es gibt keine Stromlücke in Deutschland, und für die Klimaschutzziele spielt Atomkraft keine Rolle.”
Auch Greenpeace sieht keineswegs eine Strom-Unterversorgung nahen und gibt zu bedenken: “In Deutschland waren im Sommer 2007 zeitweise sechs Atomkraftwerke nicht am Netz – fünf wegen Reparaturarbeiten, eines wegen der jährlichen Revision. Die beiden AKW Krümmel und Brunsbüttel stehen seit fast zwei Jahren still. Der alte Meiler Biblis A lieferte in ganz 2007 nicht eine Megawattstunde Strom.”
Weitere Kritik hagelt es an den extremen Kosten und Nebenwirkungen der Atomtechnik. In den Ländern, wo das radioaktive Material abgebaut wird, kommt es immer wieder zu Missbildungen von Neugeborenen und Krebs unter der im Abbaugebiet lebenden Bevölkerung. Die Sicherheitsmaßnahmen sind nicht ausreichend durchgesetzt, was hier nie thematisiert wird. Atomstrom ist nur auf den ersten Blick “billiger Strom”, nur durch extreme Subventionierungen und Steuerbefreiungen sind die Kraftwerke wirtschaftlich: Ohne Subventionen müssten heute alle Atomkraftwerke stillgelegt werden, so der Atomphysiker Prof. Buchner: “Dies ist das einzig wirksame Ausstiegskonzept.” (2001)” Und zu guter letzt, kümmern sich die Energieerzeuger nicht ausreichend um die Endlagerung, bzw. vielmehr deren Kosten, die paar Milliarden hat am Ende wie gerade bei Asse zu sehen ist, der Bürger zu tragen.