Bablok gegen Monsanto – eine Frage der Gene

Nur 2km entfernt von den Bienen des Hobby-Imkers Heinz Bablok befinden sich die  Versuchsfelder für genmanipulierten Maisanbau vom größten internationalen Saatguthersteller  Monsanto (interessante Doku). Trotz des mehr als eingehaltenen Mindestabstand von 150 Metern zwischen Versuchsfeldern und  Nahrungsmittelproduktion, fanden die Bienen auf ihrer Suche nach Süßem zum Genfeld.
Ergebnis der Laboranalysen war mit Gen-Pollen kontaminierter Honig, welcher nach  Gerichtsentscheid weder verkauft noch verzehrt werden dürfte.

Für 7,55 Euro das Kilo, ließ Herr Bablok seinen Honig verbrennen und reichte Klage gegen  Monsanto ein. Das bayerische Gericht sprach ihm „noch zu erhebende Entschädigungsansprüche“  zu.
Gegen dieses Urteil gehen nun Bayern und Monsanto gemeinsam in Berufung. Der bayerische  Verwaltungsgerichtshof soll sich der Sache annehmen und in diesem juristischen Neuland ein  Exempel statuieren.

Das Urteil ist insofern lobenswert, dass es dem Imker eine Entschädigung zuspricht.  Problematisch wird es bei der Aussage dass Honig mit Gen-Pollen nicht verzehrt oder verkauft  werden dürfte. Wie Technology Review berichtet, wird mehr als 80% des in Deutschland verkauften Honigs  importiert und ein nicht geringer Teil davon enthält Gen-Pollen.
Das Gericht verteigigt seinen Entscheid damit, dass der angebaute Genmais zwar als Futter-  jedoch nicht als Nahrungsmittel zugelassen sei.
Wissenschaftliche Einschätzungen und der Verbraucherschutz kamen zu dem Ergebnis, dass von  den Gen-Pollen keinerlei Gefahr ausgehe.

Zum Schluss stellt sich noch die brisante Frage – wer hat dafür zu sorgen, dass Babloks Honig  Genfrei bleibt? Muss hier nicht nach dem Verursacherprinzip verfahren werden? Hat der „kleine  Bauer“ dafür zu sorgen sich vor der Gentechnik zu schützen und viel Geld in Labortests zu  stecken oder ist es vielmehr Aufgabe der Politik dafür zu sorgen, dass sich die Genbauern um  das Problem kümmern müssen?