Deutsche Bank geht unethisch mit unserer Welt um

26 Mai 2009 von Claudi Kommentieren »

Wie wohl schon alle mitbekommen haben, steckt Deutschland in einer Banken- und Finanzkrise. Doch wie konnte mitten in dieser schweren Zeit ausgerechnet eine Bank, nämlich die Deutsche Bank, Gewinne im Milliardenbereich erzielen? Laut der TAZ investierte die Bank in Unternehmen im Ausland. Und das zum großen Nachteil unserer Umwelt, wie Nichtregierungsorganisationen betonen. Doch was wird der Bank vorgeworfen?

Einige Vorwürfe

Netzwerk Attac: Die Deutsche Bank soll den größten Anteil ihres Gewinns durch den Handel mit Staatsanleihen erwirtschaftet haben. Staatsanleihen sind Papiere, die von der Regierung ausgegeben werden, wenn diese nicht genügend Geld besitzen, um ihre Defizite zu begleichen. Gerade jetzt boomt dieses Geschäft. Eine Bank baut mist, muss von der Regierung gerettet werden und diese muss erst einmal ein Anleihen bei einer anderen Bank beantragen. Die Deutsche Bank hat mit ihrem Schwerpunkt auf Investmentbanking die Krise mitverursacht und verdient jetzt an den Aufräumarbeiten.

Dachverband der kritischen Aktionäre: Die Deutsche Bank betreibt Tochterfirmen in sogenannten Steueroasen, nämlich genau 499. Und das, ganz ohne ein Geheimnis daraus zu machen. Ein Beispiel: Angebot einer maßgeschneiderten Lösung für ihre vermögenden Kunden. Dadurch werden jährlich bis zu 100 Milliarden Euro Steuern hinterzogen. Doch die Deutsche Bank steht hier nicht alleine: auch die Sparkassen sollen Tochterunternehmen in Steueroasen besitzen.

Vlaanderen Netwerk: Beim Geldverdienen werden alle ethischen Kriterien außer Acht gelassen. In einem Bericht beschreibt die belgische Nichtregierungsorganisation die Deutsche Bank folgendermaßen: Das Risiko unethischer Investments ist bei der größten Bank Deutschland extrem hoch.

Deutsche Entwicklungsorganisation Urgewald: Die Bank solle in “Kriege, Umweltzerstörungen und Menschenrechtsverletzungen verstrickt” sein. Wie das? Zu den Kunden der Bank gehören auch Unternehmen, gegen deren Standort-Länder bereits UN-Sanktionen verhängt wurden.

Doch in welche Unternehmen investiert die Deutsche Bank denn genau?

  • Bergbau- und Energiekonzerne in den USA
  • Chinesische Ölunternehmen CNPC/PetroChina
  • Südafrikanischer Goldproduzent AngloGold Ashanti
  • Französischer Atomkonzern Areva
  • Indisch-britische Minenfirma Vedanta

Mit dem indischen Unternehmen machte due Deutsche Bank bereits viele Geschäfte und half ihm schon mehrfach mit frischem Kapital. Eine Tochterfirma der Vedanta betreibt in Orissa/Indien eine Aluminiumraffinerie. Nun will die Firma eine zusätzliche Bauxitmine bauen lassen. Doch die Bevölkerung sowie unzählige Umweltschützer wehren sich. Es scheint so, als ob sie belastende Beweise vorbringen können: der Bau der Raffinerie habe nur geklappt, da sich das Unternehmen über Umweltgesetze und die indische Gesetzgebung hinweg gesetzt hat. Bei der Produktion des Aluminiums werden hochgiftige Substanzen tonnenweise in Form von giftigem Schlamm nicht artgerecht entsorgt. Trinkwasser ist bereits verseucht.

Bisher gab es keinen Kommentar der Deutschen Bank zu diesen Vorwürfen. Lediglich diverse soziale und ökologische Nachhaltigkeitserklärungen, die von der Bank unterzeichnet wurden, sollen die bröckelnde Fasade erhalten.

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