Russland und das Verbot für Jagd auf Robbenbabys

1 März 2009 von Claudi Kommentieren »

“Gestern auf dem Weg nach München hörten wir die Nachricht, dass [...] wieder begonnen wurde 450.000 Sattelrobben und 200.000 einer anderen Art zu jagen. „Jagen“ bedeutet dort: hingehen und totschlagen. Die Tiere sind an Land recht behäbig und haben nicht die Chance wegzulaufen. Man spart Munition und macht keine unnötigen Löcher ins Fell.” Auf diese Art beschreibt der deutsche Musiker Ingo Pohlmann den grausamen Umgang mit den Tieren. Doch nun soll sich etwas ändern.


Wie die Berliner Umschau berichtete, verbietet Russland ab sofort die Jagd auf Sattelrobben-Babys im Alter von bis zu 11 Tagen. Dafür gibt es nun eine Verfügung des russischen Fischereiministeriums. Und auch Russlands Premierminister Putin wendet sich gegen die Jagd auf Robben. Die Verfügung stellt den ersten Schritt für ein Jagdverbot auf alle Sattelrobben da, die jünger als ein Jahr sind. Putin forderte auch den Umweltminister auf, die notwendigen Dokumente für ein solches Verbot vorzubereiten.

sattelrobbeSattelrobben sind eine Robbenart, die in der Arktis sehr weit verbreitet ist und zur Familie der Hundsrobben gehört. Besonders charakteristisch für dieses Tier ist die silbergraue Farbe der Männchen, deren Kopf sowie Schultern schwarz gefärbt sind. Die Weibchen sehen ähnlich aus, die Farbe des Fells ist jedoch blasser. Sattelrobben können 1.80 m lang werden und bis zu 140 kg wiegen.

Der Internationaler Tierschutz-Fonds lobt Russland, schließlich arbeitet die Organisation schon länger weltweit an der Abschaffung kommerzieller Robbenjagden. Dr. Ralf Sonntag, Meeresbiologe des IFAW-Deutschland: “Diese Robbenpopulation wurde seit 2004 durch die Klimaerwärmung und zu starke Bejagung erheblich dezimiert. Endlich bewegt sich die russische Regierung und geht in die richtige Richtung, um die Sattelrobbenpopulation in Russland zu erhalten. Nun muss schnellstmöglich ein vollständiges Jagdverbot erlassen werden, denn 35.000 Jungrobben sollen dieses Jahr erlegt werden.”

Doch welche Rolle spielt denn Norwegen in dieser Geschichte? Es wird befürchtet, das gerade Norwegen diese Verordnung behindern wird. Deren Regierung subventioniert die Robbenjagd im Weißen Meer zu 80 Prozent. Damit möchte sie den Handel mit Robbenfellen zwischen Russland und Norwegen beleben. Der Internationale Tierschutz-Fonds führt deshalb bereits seit 14 Jahren eine Kampagne gegen die Robbenjagd. So wurden bereits nationale Handelsverbote von Robbenprodukten in Belgien, Slowenien und den Niederlanden durchgesetzt. Deutschland, Ungarn, Österreich, die Schweiz, Italien und Tschechien haben entsprechende Gesetze auf den Weg gebracht. Desweiteren entscheidet die Europäische Kommission über einen Gesetzentwurf für ein EU-weites Handelsverbot. So sollen auch die Absatzmärkte für Robbenprodukte geschlossen werden, und die niedlichen Tiere gerettet.

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